Warum gute Produkte und starke Organisationen fast nie mit Technik beginnen

Das ideale Produkt oder die neueste Technik sind selten der Anfang einer Erfolgsgeschichte.
Wenn es hakt, greifen Organisationen trotzdem schnell zu bekannten Mustern: ein neues Tool, eine neue Anwendung, ein neues System – im ungünstigsten Fall sogar ein neues Team.

Strategie vor Technik

Im Projekt mit der Abteilung Kartographie des Deutschen Alpenvereins sind wir bewusst anders gestartet. Nicht mit Technik. Nicht mit GIS-Produkten. Sondern mit der Frage: Wofür tun wir das alles eigentlich?

Diese Frage klingt einfach. Sie ist es nicht. Denn sie berührt Haltung, Verantwortung und Zusammenarbeit – und damit das Fundament jeder Organisation.

 

Strategie vor Umsetzung: Orientierung als Grundlage

Bevor es in die konkrete Produkt- und GIS-Arbeit geht, haben wir gemeinsam geklärt, wofür die Abteilung Kartographie steht und welche Rolle sie im DAV übernimmt. Aus dem Leitbild heraus entstand ein gemeinsamer Rahmen, der Orientierung gibt: für Entscheidungen, Prioritäten und den Alltag.

Nicht als zusätzliches Zielsystem, sondern als gemeinsamer Bezugspunkt, der Sicherheit gibt – gerade dann, wenn Entscheidungen nicht eindeutig sind.

 

Leitplanken für den Alltag

Auf dieser Basis wurden Leitplanken formuliert, die das tägliche Handeln strukturieren. Sie helfen, Spannungsfelder auszuhalten – etwa zwischen Schnelligkeit und Sorgfalt oder zwischen individuellen Erwartungen und dem Gemeinwohl.

Diese Leitplanken sind kein Regelwerk. Sie wirken leise, aber dauerhaft.
Sie machen Entscheidungen nachvollziehbar und entlasten Teams, weil nicht jedes Thema immer wieder neu verhandelt werden muss.

 

Arbeit bündeln statt erweitern

Erst danach wurde die Arbeit der Abteilung sortiert und gebündelt.
Nicht, um Neues zu erfinden, sondern um sichtbar zu machen, wo die Schwerpunkte liegen und wie die vielen Aufgaben zusammenwirken.

Strategie bedeutete hier nicht „mehr“, sondern klarer:
Klarere Schwerpunkte, klarere Zuständigkeiten, klarere Entscheidungslogiken.

 

Perspektiven mitdenken

Ein weiterer wichtiger Schritt war der bewusste Blick nach außen. Unterschiedliche Nutzungsrealitäten, Erwartungen und Abhängigkeiten wurden mitgedacht – nicht im Detail, sondern so, dass sie Entscheidungen besser einordnen helfen und Zielkonflikte früh sichtbar machen.

Ebenso wichtig war der Blick auf das Umfeld:
Wo braucht es klare Rollen? Wo Verlässlichkeit? Wo Abstimmung?

Auch das ist Strategiearbeit.

 

Strategie vor Technik: Warum die Reihenfolge entscheidend ist

Viele Organisationen springen direkt in die Umsetzung.
Das Risiko: Lösungen für Fragen zu bauen, die noch nicht geklärt sind.

Die Erfahrung aus diesem Projekt zeigt:
Wer sich zuerst Zeit für Orientierung nimmt, schafft eine stabile Basis – für Produkte, Prozesse und Zusammenarbeit. Umsetzung wird dadurch nicht langsamer, sondern zielgerichteter.

Erst jetzt geht die Abteilung Kartographie in die konkrete GIS-Produktarbeit. Mit Klarheit, gemeinsamer Richtung und dem Wissen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden.

 

Der Transfer für andere Organisationen

Dieses Projekt steht exemplarisch für viele Unternehmen und Organisationen:

  • hohe Fachlichkeit

  • steigende digitale Anforderungen

  • viele Beteiligte und Schnittstellen

Technik kann dabei viel ermöglichen. Sie ersetzt jedoch keine strategische Klärung. Starke Organisationen entstehen nicht durch Tools, sondern durch gemeinsame Orientierung.

 

Fazit

Strategie vor Technik bedeutet, zuerst Orientierung zu schaffen – bevor Organisationen in Produkte, Tools oder Systeme investieren.

Gute Produkte entstehen aus Klarheit.
Starke Organisationen auch.

Und beides beginnt fast nie mit Technik.

 

Interesse an einer Begleitung, einem Workshop oder Impulse für Ihr Team?

Ich freue mich auf den Austausch. Gemeinsam entwickeln wir die innere Stärke, die es für äußeren Wandel braucht.

 

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Nachhaltigkeit ist (gefühlt) out – aber Haltung war nie wichtiger